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EVANGELISCHE FREIKIRCHE
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GEMEINDEBRIEF
Der Hof der Priester
Vor zwei Monaten befanden wir uns in unserer Reihe über den Tempel und dessen symbolische Bedeutung im Vorhof der Israeliten. Wir stellten fest, dass "dabei Sein" doch nicht alles ist. Und das bringt uns in den Bereich direkt vor dem Tempel, den Vorhof der Priester. Dieser Vorhof ist immer noch nicht im eigentlichen Tempelgebäude, doch direkt davor. In diesen Bereich durften nur die Priester. Hier, direkt vor dem Tempel, finden wir zwei Dinge: Den Brandopferaltar und das sogenannte "Eherne Meer", ein riesiges Waschbecken für die rituellen Reinigungen. Es ist ein Ort des Dienstes und der Reinigung. In diesem Vorhof der Priester wurden die Opfer dargebracht. Und dieses Opfern war immer eine doppelte Angelegenheit. Denn zuerst opferten die Priester für sich selbst und vollzogen die rituellen Waschungen, um sich selbst dadurch zu reinigen. Dann opferten sie stellvertretend für das Volk. Sie dienten dem Volk, das nicht in diesem Bereich zugelassen war, durch das Opfern. Um zu verstehen, wo unser Platz in dem Ganzen ist, müssen wir zuerst begreifen, dass wir alle zu Priestern berufen sind. Schon im AT, in 2. Mo. 19,5-6 und dann im NT, in 1. Petrus 2,9, wie auch in Offenbarung 1, 5-6, wird das Volk des Eigentums, das zu Gott gehört, ein Volk von Priestern genannt. Auch wenn im Volk Israel der Stamm Levi ausgesondert war, um im Tempel die Priesterdienste zu verrichten, so war doch auch schon im alten Bund das ganze Volk dazu berufen, Priester zu sein. Und auch wir, als neutestamentliche Gemeinde, haben den gleichen Auftrag. Auch wir sollen ein königliches Priestertum sein. Wir gehören also in den Vorhof der Priester. Und das bedeutet für uns primär zwei Dinge, die durch den Brandopferaltar und das Eherne Meer ausgedrückt werden. Unsere Priesterschaft muss sich in unserer persönlichen Heiligung und der Reinigung unseres Lebens ausdrücken. Das passiert primär zuerst am Brandopferaltar, an dem wir Vergebung und Reinigung erfahren. Das ist nicht nur die generelle Vergebung unserer Sünden, die wir durch das Kreuz am Eingang des Tempels erfahren, sondern eine Reinigung unseres Lebens, dadurch, dass wir, wie es in Römer 12,1-2 steht, unsere Leben hingeben als ein lebendiges, Gott wohlgefälliges Opfer durch die Erneuerung unserer Sinne. Wenn wir zum Brandopferaltar kommen, bringen wir sozusagen den "Bock, den wir geschossen haben", unsere Fehler, zu Gott und legen sie und damit uns selbst auf den Altar. Das hat nicht nur damit zu tun, Vergebung zu empfangen, sondern auch damit, unser Leben in Ordnung zu bringen, vor Gott und vor den Menschen. Und dann kommt das Waschen in dem Wasser des Wortes Gottes, das Eherne Meer. Je mehr wir das Wort Gottes in uns aufnehmen, je mehr wir die Bibel lesen und uns von ihr berühren lassen, desto mehr wird die Kraft dieses Lebendigen Wortes uns reinigen. Es wird uns immer wieder zum Altar treiben, wo Erkenntnis in uns wächst und das Wort uns reinigt. Diese persönliche Reinigung und Heiligung ist jedoch nur der Anfang unseres Priesteramtes. Denn nach der persönlichen Vorbereitung kommt der Dienst an den Menschen um uns herum, evangelistisch / missionarisch, ihnen die gleiche Vergebung anzubieten, die wir empfangen haben, und auch der Dienst in der Gemeinde an unseren Geschwistern. Der Vorhof der Priester ist ein Ort des Dienstes am Menschen. Das ist jedoch wieder ein anderes, zu großes Feld, um es hier zu behandeln. Wer etwas tiefer einsteigen möchte, kann 1. Kor. 12-14 lesen, Römer 12, Eph. 4 und andere Stellen, in denen es um Geben und Dienste geht. Viele von uns stehen in irgendeiner Art und Weise im Dienst am Nächsten, und viele haben auch schon diese reinigende Kraft Gottes in ihrem Leben gespürt. Doch wie am Anfang schon gesagt, dieser Vorhof der Priester befindet sich immer noch nicht im eigentlichen Tempel, noch nicht in der direkten Gegenwart Gottes. Lasst uns deshalb nicht in der Reinigung und in dem Dienst am Nächsten stehen bleiben, sondern weiter vordringen, in das Heiligtum. Aber dazu mehr das nächste Mal.
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