Grußwort
ie letzte Zeit war für uns sehr hektisch, durch die Vorbereitungen zur
Hochzeit, durch viele Pflichten im Beruf und zu Hause und viele weitere Dinge. Um so mehr
freue ich mich darauf, daß jetzt hoffentlich ruhigere Zeiten vor uns liegen und daß wir
jetzt auch noch zwei Wochen Urlaub einplanen können.
Schon aber stehen in der Firma neue, anstrengende Aufgaben vor der Tür
und ich weiß nicht so genau, was mich nach dem Urlaub alles dort erwarten wird.
Gerade in solchen Zeiten finde ich es unheimlich wichtig, daß ich mich
mit allen meinen Sorgen und Nöten an unseren lebendigen Gott wenden kann, von dem ich
weiß, daß er mir zuhört und daß er mir Kraft gibt in allen Lagen.
Einen sonnigen September wünscht Euch
Der
Mensch sieht, was vor Augen ist;
der Herr aber sieht das Herz an.
1. Samuel 16,7b
Der alte Fischer
Ich bekam gerade ein e-mail (elektronische Post, Anm. d. Red.)
mit einer wahren Geschichte, die mich sehr bewegte. Darum möchte ich Euch diese
Geschichte weiter erzählen. Eine Frau erzählt:
Ich wohne mit meiner Familie in einem kleinen Haus in Baltimore direkt
gegenüber der John Hopkins Universitätsklinik. Wir bewohnen das Erdgeschoß und
vermieten ab und zu die Zimmer im Obergeschoß an Patienten der Klinik, die von außerhalb
kommen und nicht über Nacht in der Klinik bleiben müssen.
Eines Abends stand ich in meiner Küche und bereitete das Abendessen
vor, als es an der Tür klingelte. Als ich öffnete, stand da ein Mann und ich dachte:
"Der ist ja kaum größer als unser Achtjähriger!" Doch das Auffallendste an
ihm war sein Gesicht, das auf einer Seite rot angeschwollen und fast roh war. Er fragte:
"Entschuldigen sie, ich suche ein Zimmer für eine Nacht. Ich kam zur Behandlung
heute Morgen von der Küste und mein Bus zurück kommt geht erst wieder morgen
früh." Er sagte mir, daß er schon seit frühem Nachmittag auf der Suche nach einem
Zimmer sei, aber ohne Erfolg, niemand schien für in Platz zu haben. "Ich denke, es
ist mein Gesicht", sagte er, "Ich weiß, es sieht schrecklich aus, aber der Arzt
sagt, noch ein paar Behandlungen und ...".
Ich zögerte noch einen Moment, doch seine nächsten Worte gingen mir
zu Herzen. "Könnte ich einfach auf ihrer Veranda im Schaukelstuhl schlafen, mein Bus
geht schon ganz früh morgen?" Da sagte ich ihm, daß wir schon ein Bett auftreiben
würden und er könne sich erst einmal im Schaukelstuhl ausruhen, während ich das Essen
fertig machte. Ich lud ihn zum Essen ein, doch er lehnte dankbar ab, er hatte selbst etwas
dabei.
Nach dem Essen ging ich nach draußen, um mich noch etwas mit unserem
Gast zu unterhalten. Ich brauchte nicht lange, um herauszufinden, daß sich in diesem
kleinen Körper ein überdimensional großes Herz befand. Der Mann arbeitete als Fischer,
erzählte er mir, um seinen
Tochter mit ihren fünf Kindern und ihrem Mann, der nach einem Unfall behindert war zu
unterstützen. Er erzählte nicht, um sich zu beklagen. Ganz im Gegenteil, fast dauernd
redete er von Dankbarkeit Gott gegenüber, Dankbarkeit, daß er arbeiten konnte,
Dankbarkeit, daß seine Krankheit, eine Form von Hautkrebs, keine Schmerzen verursachte,
Dankbarkeit, daß Gott ihm Kraft gab, um weiter zu machen.
Wir stellten noch ein Gästebett im Kinderzimmer für ihn auf. Als ich
am nächsten Morgen aufstand, fand ich das Bett ordentlich gemacht und der Mann wieder
draußen auf der Veranda. Er wollte kein Frühstück, doch bevor er ging fragte er:
"Kann ich das nächste mal, wenn ich zur Behandlung komme, wieder hier schlafen,
ehrlich, der Schaukelstuhl reicht mir?" und dann fügte er hinzu: "Ihre Kinder
gaben mir das Gefühl, Zuhause zu sein. Erwachsene wissen nicht, wie sie mit meinem
Gesicht umgehen sollen, aber Kindern macht es nichts aus." Ich sagte ihm, er sei bei
uns immer willkommen.
Das nächste Mal, als er kam brachte er uns einen großen Fisch und
frische Muscheln mit, die er extra noch am Morgen für uns gefangen hatte. Da ich wußte,
daß sein Bus schon um vier Uhr morgens abfuhr fragte ich mich, wann er aufgestanden war.
In den kommenden Jahren wurde er zum regelmäßigen Gast und nie kam er, ohne etwas
mitzubringen. Gelegentlich kamen sogar Expreß Päckchen mit Fisch und anderen Dingen für
uns. Da wir wußten, wie wenig Geld unser Freund hatte und daß er ca. 3 Meilen zu Postamt
laufen mußte, um die Päckchen zu schicken, machte das die Geschenke für uns noch
wertvoller. Durch diesen Mann lernten wir, dankbar zu sein für das viele Gute, das Gott
uns geschenkt hat.
Als ich vor ein paar Tagen eine Freundin in ihrer Gärtnerei besuchte,
sah ich dort eine wunderschöne Blume, die in dem ältesten, schäbigsten Blumentopf
wuchs. Ich fragte: "Willst du diese Blume nicht in einen schöneren Topf tun?"
und sie antwortete: "Weißt du, ich hatte keine anderen Töpfe mehr, und da ich
wußte, wie schön diese Blume werden würde und daß sie sowieso bald in den Garten
gepflanzt wird, dachte ich mir, es wird ihr nichts ausmachen, eine Zeit in einem
häßlichen Topf zu stecken." Ich mußte lachen und dachte an unseren kleinen Freund.
Wie groß und schön steht diese wunderbare Seele wohl im Garten Gottes.
Einladung dazu liegen in der Kirche aus. Am 20. September findet deshalb
in unserer Kirche kein Gottesdienst statt !
Die Hochzeitsglocken läuten
am
5. September 1998
um 15:00 Uhr 
in der Martin-Luther-Kirche
Winzingen
für unsere langjährigen lieben
Mitarbeiter
Karin Kuppetz und Lutz Vogt
Wir wünschen dem jungen Paar
Gottes reichen Segen,
einen wunderschönen, unvergeßlichen
Tag
und daß der Herr Jesus immer mit im
Bund bleibe.
Die Gemeinde Branchweilerhof
die mit großer Freude Anteil nimmt an
Eurem Glück