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GEMEINDEBRIEF
November 1998
Grußwort
Mit dem Monat November verbinden wir normalerweise eine graue und
triste Zeit. Der Sommer ist vorbei, selbst das bunte Herbstlaub wurde vom Sturm der
vergangenen Tage bereits von den Bäumen geweht. Es bleiben eine triste, trübe Landschaft
mit kahlen Bäumen, Schmuddelwetter und immer kürzer werdende Tage.
In der letzten Woche hatte ich ein dreitägiges Seminar in
Rüsselsheim, und da hatte ich jeden Morgen unterwegs reichlich Zeit, mir die Landschaft
zu betrachten. Und mir fiel auf, daß auch ich mich leicht vom Wetter beeinflussen lasse.
Im Sommer, wenn alles blüht und Vögel singen, da geht mir viel leichter das Herz auf und
ich kann mich viel eher an Gott und seiner Schöpfung freuen als zur Zeit.
Aber während ich dieses Grußwort schreibe, stelle ich fest, daß ich
den November eigentlich auch gern habe. Wenn es draußen stürmt und regnerisch kalt ist,
wird der Platz am Kachelofen plötzlich unheimlich gemütlich. Und mir wird klar, daß ich
bei Gott noch viel besser geborgen und vor allen Unbillen des Lebens geschützt bin.
Nicht, daß mich nichts mehr angreifen könnte, daß mit Gott alles nur noch glatt und
einfach geht. Aber mit Gott ist es in meinem Herzen warm trotz aller Stürme des Lebens -
eben genauso wie am Kachelofen an einem grauen Novemberabend.
Einen schönen November wünscht Euch
Lutz Vogt
Bilder vom Erntedankfest 98

Die Bilder zeigen den festlichen Schmuck vom Erntedankfest 98.

Vielen Dank an Familie Schmitt für die Gaben und an alle fleißigen Helfer unter
Leitung von Maria Faust, die beim Schmücken geholfen haben.

Prophetisch reden - Ich ?????
Eine der Stellen, die mich in letzter Zeit sehr beschäftigen,
ist 1. Kor. 14, 1-5. Paulus spricht da über das Zungenreden und das prophetische Reden.
Er sagt, wir sollen uns um geistige Gaben bemühen, besonders um die Gabe der
prophetischen Rede. Soll das bedeuten, jeder von uns soll sich darum bemühen, die Zukunft
voraus zu sagen und Gottes Willen zu verkündigen? Wie paßt das dann in den Kontext von
Römer 12, in der prophetische Rede als eine Gabe unter vielen genannt ist, oder in 1.
Kor. 12, wo gesagt wird, daß Prophetie eine Gabe des Geistes ist, die der Geist gibt wie
er will. Und in Eph. 4 sagt derselbe Paulus, daß einige zu Aposteln berufen sind, zu
Hirten, Lehrern und Evangelisten, und eben nur einige zu Propheten? Das alles ist in sich
wenig stimmig. Warum betont Paulus gerade hier die Gabe der Prophetie so sehr?
Ich glaube, wir haben eine zu enge Sicht von dem, was wir prophetisch
nennen. Wenn wir Prophetie hören, denken wir an die Propheten des alten Testaments, die
aufgestanden sind und sagten "So spricht der
Herr, ...". Wir verbinden Prophetie sehr stark mit dem Zukünftigen und das nicht
ganz zu unrecht. Aber Prophetie beinhaltet noch viel mehr.
Wenn wir den Text etwas näher betrachten, dann sehen wir, daß Paulus
Prophetie definiert. Er sagt, "Wer prophetisch redet, der redet den Menschen zur
Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung" und "Wer prophetisch redet, der
erbaut die Gemeinde!"
Es geht also primär um Ermutigung und um Erbauung. Ich möchte euch
dazu ermutigen, Jakobus 3 einmal ganz zu lesen und darüber nachzudenken. In diesem
Kapitel geht es um die Macht der Zunge, die, wie es Jakobus sagt, das kleinste Glied am
Leib ist, aber auch, daß sie große Dinge anrichten kann. Wir können mit unserer Zunge
eine unheimliche Macht ausüben. Im englischen gibt es ein Sprichwort: "Stöcke und
Steine können mir die Knochen brechen, aber Worte werden mir nie weh tun." Wenn wir
ehrlich mit uns selbst sind, dann wissen wir, daß das nicht stimmt. Worte können viel
tiefer verletzen als wir es manchmal zugeben wollen.
Wenn wir Jesus betrachten und um was es in seinem Dienst ging, dann
ging es ihm immer darum, Hilfe zu bringen, zu heilen, zu segnen und nicht zu zerstören.
Jesus war der größte Prophet aller Zeiten und wenn er sprach, dann wurden Menschen
geheilt. Wenn er sprach, wurden Menschen getröstet, ermutigt, gesegnet. Wenn Gott
anfängt zu sprechen, dann entsteht Leben, wie als Jesus zu Lazarus sprach oder zu dem
toten Mädchen und sie standen auf. Sein Wort brachte Heilung und Leben.
Wenn Paulus über Prophetie spricht in 1. Kor 14, dann spricht er über
den gleichen Effekt. Auch unsere Worte sollen Heil und Hoffnung bringen. Auch wenn wir den
Mund auf machen, ob am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Gemeinde, sollen wir Worte
sprechen, die aufbauen, ermutigen und trösten. Auch unsere Worte sollen Leben bringen und
nicht den Tod.
Prophetisches ist im Grunde genommen nichts anderes als das zu
sagen, was Gott in der Situation sagen würde, und Jesus ist unser Beispiel und unsere
großer Lehrer darin. Er sagte nichts, was er nicht vom Vater gehört hatte.
In der Nachfolge Jesu zu stehen bedeutet, daß wir anfangen, auch
so zu reden, wie Jesus geredet hat, und das ist im Grunde genommen prophetisch. Paulus
sagt uns also nicht, daß wir alle Zukünftiges prophezeien sollen, aber wir sind alle
dazu berufen, Worte des Lebens zu sprechen. Laßt uns doch einfach in unserer direkten
Umgebung anfangen, die Menschen um uns herum zu trösten, zu ermutigen und aufzubauen. Wir
sind oft so schnell mit unsere Kritik und so langsam mit unserem Lob. Es ist so leicht, in
Worten verletzend zu sein und oft so schwer, Trost zu spenden. Doch wir sollen uns nach
dieser Gabe ausstrecken. Also fangen wir doch am besten einmal klein an. Versucht doch
einmal die nächste Woche, jeden Tag bewußt jemanden zu ermutigen, dann werdet ihr sehen,
wie die Gabe der Prophetie anfängt zu wachsen und wie mehr und mehr Worte des Lebens aus
Eurem Mund kommen.
Erich Lotz junior
Ergebnisse
der Mitarbeiterbesprechung ...
Auf der Mitarbeiterbesprechung am 08.09.98 wurden folgende Themen besprochen:
- Termine
Die Termine für den November wurden besprochen.
- Fünfter Gottesdienst jeden 3. Monat
Die Frage, ob wir den Gottesdienst am 5. Sonntag im Monat (ca. jeden 3. Monat) ausfallen
lassen, um zum Beispiel Raum für Kontakte zu anderen Gemeinden zu geben, wird bei der
nächsten Gemeindeversammlung vorgestellt.
- Predigtdienst auf dem Thomashof
Erich Lotz junior wird am 8.11.1998 für unsere Gemeinde den Predigtdienst in der Gemeinde
Karlsruhe-Thomashof übernehmen.
- Erntedank-Schmuck
Dank geht an Familie Otfried Schmitt aus Hochdorf / Assenheim für die reichlichen Gaben
zum Erntedanktisch. Es freut uns sehr, daß Familie Schmitt und über so viele Jahre die
Treue hält.
- Aufnahme von Elfriede Hege-Töws
Am 11.10.1998 haben wir mit großer Freude Elfriede Hege-Töws in unserer Mitte
aufgenommen. Elfriede kommt aus der Gemeinde Sinsheim, die sie schweren Herzens
überwiesen hat. Gebet und Segen sprachen Heiner Becker und Christel Lotz.

Aus der Stille klingt das Lob
Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne,
die aufgeht in ihrer Pracht
Noch verbirgt die Dunkelheit das Licht,
und noch sehen wir die Sonne nicht.
Doch schon zieht ein neuer Tag herauf,
und das Licht des Morgens leuchtet auf.
Viele Tränen werden noch geweint,
und der Mensch ist noch des Menschen Feind.
Doch weil Jesus für die Feinde starb,
hoffen wir, weil er uns Hoffnung gab.
Krieg und Terror sind noch nicht gebannt,
und das Unrecht nimmt noch überhand.
Doch der Tag, er steht schon vor der Tür.
Herr, du kommst! Wir danken dir dafür
Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne,
die aufgeht in ihrer Pracht.
Peter Strauch
gefunden im Neukirchner Kalender von Karin Kuppetz
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