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EVANGELISCHE FREIKIRCHE
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GEMEINDEBRIEF
Geschenkt
Klar, deshalb hab ich mich ja bedankt. Ich freue mich sehr darüber und nehme es gerne an. Also nochmals, vielen Dank! Nein, warte mal! Ich habe den Eindruck, Du nimmst das zu leicht. Das Geschenk ist zwar voraussetzungslos, aber nicht bedingungslos. Du brauchst es Dir nicht zu verdienen, aber an eine Bedingung ist es schon geknüpft. Du mußt es ganz bewußt und von Dir aus entgegennehmen, sonst gehört es Dir nicht. Jetzt bringst Du mich aber ganz durcheinander. Daß ich das Geschenk annehmen will, habe ich doch schon gesagt - und warum redest Du die ganze Zeit von "müssen"? Selbstverständlich habe ich das Geschenk nur, wenn ich es annehme; aber wozu betonst Du das dauernd? Ich will mich doch beschenken lassen. Wo liegt denn eigentlich das Problem? Auf mich wirkt das so, als hätte die Sache irgendeinen Haken, als müßte ich mir durch mein Verhalten das kostenlose Geschenk erst verdienen. Die dankbare Annahme ist doch die normale, spontane Reaktion; wieso klagst Du das so umständlich ein? Ist es Dir denn nicht recht, wenn ich mich einfach am Geschenk freue? Warum komplizierst Du das ganze so? Man könnte ja fast den Eindruck haben, daß Du mir meine Situation nicht richtig gönnst. Da wäre es bald einfacher, ich zahle den Preis selber; dann weiß ich wenigstens, wo ich dran bin....-
Der Missionsauftrag, 2. Teil Wenn wir Missionsauftrag hören, dann denken die meisten von uns an Matthäus 28, 18ff. Den Missionsauftrag, den die meisten von uns früher oder später auswendig gelernt haben. "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker... ". Einigen wenigen von uns fällt dann auch noch ein, dass es auch noch einen Missionsauftrag im Markus-Evangelium gibt. Da ist er etwas ungemütlicher, denn da ist der Missionsauftrag mit Zeichen und Wundern verbunden, von denen wir nicht so viele sehen und deshalb können wir mit diesem Text in Mk. 16,15ff nicht so viel anfangen. Über diese beiden Texte haben wir schon viel gehört, und sie werden auch immer wieder aufgegriffen, spätestens beim nächsten Missionsvortrag. Doch das ist nur Missionsauftrag, 1. Teil. Da gibt es noch eine Fortsetzung, und die steht in Lukas 18,16: "Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret ihnen nicht!" Die meisten werden sich jetzt fragen, wie denn das mit dem Missionsbefehl zusammen passt. Schauen wir uns einmal an, was im Missionsbefehl; 1. Teil, passiert: Menschen wird das Evangelium gepredigt und sie finden zu Christus. Sie werden, wie es Jesus Nikodemus gegenüber in Joh. 3 beschreibt, von neuem geboren. Sie sind somit Neugeborene. Säuglinge. Kleinkinder in Christus. Und an diesem Punkt setzt der Missionsauftrag, 2. Teil, ein. Jetzt geht es darum, die Kinder zu Jesus kommen zu lassen und sie daran nicht zu hindern. So weit, so gut. Machen wir doch! Oder etwa nicht?? Gibt es Dinge in unserem eigenen Leben oder in unserer Gemeinde, die unsere Kinder, geistliche und physische Kinder davon abhalten, zu Jesus zu kommen?? Die meisten von euch verstehen besser als ich, was es bedeutet, Eltern zu sein und diese Vorbildfunktion einzunehmen. Ich habe selbst keine physischen Kinder. Doch wir wissen alle, wie sehr, ob sie es wollen oder nicht, die Kinder ihren Eltern gleichen. Wir geben uns selbst als Eltern an unsere Kinder weiter. Sie werden wie wir. Ich hatte vor ein paar Wochen im Gottesdienst auf dem Deutschhof ein Erlebnis, das mich erschreckt hat. Jemand aus der Jugendgruppe gestaltete den Anfang mit den Kindern, ich sollte danach predigen. Als wir als Prediger vom Gebet vor dem Gottesdienst in den Gottesdienst kamen, war von der Jugend noch niemand da. Die Orgel fing an zu spielen und so gegen Ende des Vorspiels kamen sie dann. Die Person, die den Anfang gestaltete, kam direkt auf mich zu und fragte, ob ich denn noch den Projektor für die Folienlieder und meine Gitarre holen könnte und dann die Kinderlieder begleiten. Ich muss sagen, ich habe mich schon mehr als nur ein wenig aufgeregt. Da kommen sie schon zu spät in einen Gottesdienst, auch noch dazu, wenn sie Verantwortung tragen, und dann sind auch nicht einmal die grundlegenden Dinge geklärt oder vorbereitet. Ich bin also los gegangen und habe mein Zeug geholt, während die ganze Gemeinde warten musste. Ich muss gestehen, was sie dann so gemacht haben, meine Kids, war sehr gut. Doch als ich da so saß und mich immer noch aufgeragt habe spricht der Heilige Geist auf einmal sehr klar zu mir und sagt: "Du erntest, was du gesät hast!" Und da habe ich auf einmal gesehen, wie sehr "Meine Kinder" sind wie ich. Mir sind all die Gelegenheiten eingefallen, bei denen ich etwas auf den letzten Drücker vorbereitet habe, in letzter Minute noch Dinge zusammen suche, organisiere uns so weiter. Ich habe nur mehr Routine und es fällt nicht so auf, doch im Prinzip haben sich die Jugendliche so verhalten, wie ich es ihnen vorgemacht habe. Die Erfüllung des Missionsauftrags, 2. Teil, ist unser persönliches Leben. Denn darin unterstützen wir "die Kinder", dass sie zu Jesus kommen, oder wir hindern sie. Ich denke, wir sollten uns ganz neu überlegen, und uns von Gott zeigen lassen, was in unserem Leben zu Jesus hin führt, und was hinderlich ist. Denn wir geben immer weiter und pflanzen in unseren Kindern, wer wir selbst sind. Erich Lotz junior
Man muß das Gute tun, damit es in der Welt sei. aus Aphorismen von Marie von Ebner Eschenbach
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