Grußwort
Im März steht die Gemeindefreizeit auf dem Programm. Aufgrund diverser
Termine der Mitarbeiter musste deswegen sogar die jährliche Gemeindeversammlung in den
April verschoben werden. Momentan ist also richtig etwas los in der Gemeinde.
Vielleicht gerade deswegen haben wir uns im Hauskreis und auch in der
Mitarbeiterversammlung Gedanken gemacht, wie wir unsere Gemeinde attraktiver gestalten
können. Das wollen wir nicht nur, um neue Mitglieder zu werben die Gemeinde soll
für uns alle attraktiv sein und Gemeindeleben soll gerade auch für die jetzigen
Gemeindeglieder Spaß machen.
Wir wollen eben überlegen, was wir als Gemeinde wollen und was Gottes
Wille für uns ist, statt uns über Dinge zu ärgern, die uns vielleicht stören. Um mit
Erichs Worten zu sprechen: Wir wollen den Vorwärtsgang einlegen, damit Gott mit uns und
wir mit Gott richtig Gas geben können.
Einen schönen März wünscht Euch
Mit dem Glauben ist das so eine Sache. Er ist nicht recht fassbar,
etwas relativ Undefiniertes, aber doch die Kraft Gottes, die uns errettet (Joh. 6,40 / 1.
Kor. 1,18-21). Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen (Heb. 11,6), und wir sind
dazu berufen, nach dem Glauben zu leben, und nicht nach dem, was wir sehen (2. Kor. 5,7).
Der Glaube hat also eine absolute Schlüsselfunktion.
Ob wir es so sehen oder nicht, unser Glaube ist unsere Lebensgrundlage,
denn es ist ein geistiges Gesetz, dem wir unterliegen. Zu dem Hauptmann, dessen Diener
krank war und der zu Jesus kam, um für ihn zu bitten, sagte Jesus: "Dir geschehe
nach deinem Glauben!" (Mt. 8,13). Und oft sehen wir, dass Jesus den Glauben der
Menschen gesehen hat, und er handelte. Uns geschieht nach unserem Glauben, deshalb ist es
so wichtig, zu wissen und uns auf das zu stellen, was wir glauben. Der Glaube ist wie das
Getriebe im Auto, das die Kraft des Motors auf die Reifen überträgt. Der beste Motor
wird nichts antreiben, wenn kein Getriebe da ist, das die Kraft sinnvoll weiterleitet. Die
Kraft Gottes ist der Motor, der die Kraft hat, ob wir sie nutzen oder nicht, doch unser
Glaube ist das Getriebe, das diese Kraft überträgt.
Und das Getriebe bestimmt, in welchem Gang gefahren wird und in welche
Richtung, denn dieses Getriebe des Glaubens hat auch einen Rückwärtsgang, man nennt ihn
Unglaube.
Es ist für mich verwunderlich, wie oft ich mich selbst und auch andere
dabei ertappe, dass sie ihren Unglauben bekunden, nicht ihren Glauben. Ich höre dann
Aussprüche wie "Ich glaube nicht, dass..." oder "Ich kann nicht glauben,
dass das von Gott sein kann,..." oder "Ich bin mir nicht sicher ob ..."
oder "Glaubst du wirklich ...?" usw. All das sind Aussprüche, die nicht auf
Glauben, sondern auf Unglauben basieren, und Unglauben oder Zweifel sind auch eine Art von
Glauben, sie funktionieren nur im Rückwärtsgang.
Nun, im Auto hat der Rückwärtsgang seinen Sinn. Man braucht ihn, um
aus einer Sackgasse wieder heraus zu kommen, zum Ein- und Ausparken, um mal kurz zurück
zu stoßen, aber niemand würde versuchen, eine längere Strecke im Rückwärtsgang zu
fahren. Es ist auf die Dauer einfach zu anstrengend und schlicht sinnlos, sich so zu
bewegen.
Auch in der Gemeinde haben wir diesen Rückwärtsgang Unglaube, doch
nur wenn wir die Gemeinde aus einer verfahrenen Situation (Sackgasse) heraus fahren
müssen, oder wenn wir die Gemeinde abstellen und es nicht weiter gehen soll (Einparken),
oder wenn die Gemeinde sich länger nicht bewegt hat und wir sie wieder in Gang bringen
wollen (Ausparken). Ansonsten hat Unglaube und Zweifel nichts in der Gemeinde zu suchen,
denn für etwas anderes braucht man den Rückwärtsgang nicht.
Und doch fahren wir so oft im Rückwärtsgang. Unsere Zweifel
dominieren unsere Entscheidungen. Das, was wir nicht glauben oder nicht sehen können,
bildet die Grundlage für das, was wir tun. Oft sind wir mehr am gegensteuern, um das
nicht zu tun, was wir nicht wollen, und vergessen darüber, zu steuern, also das zu tun,
was wir wollen.
Der Grund dafür ist, das wir sehr viel leichter definieren, was wir
nicht glauben und nicht wollen als das, was wir glauben und was wir wollen. Doch mit
diesem Unglauben befinden wir uns im Rückwärtsgang und kommen nur schlecht weiter, denn
es fehlt die Richtung, und es geschieht uns nach unseren Unglauben.
Lasst uns anfangen, den Vorwärtsgang einzulegen. D.h. daran zu
arbeiten, das zu definieren und heraus zu finden, was wir glauben und dazu zu stehen, als
einzelne und als Gemeinde, und nicht nur das zu definieren, was wir nicht glauben, denn
das wird uns voran bringen, und nicht weiter bremsen.
Erich Lotz junior