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EVANGELISCHE FREIKIRCHE
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Grußwort
Das Jahr geht zu Ende und es kommt die Zeit der Jahresrückblicke. Im
Fernsehen gibt es ständig und auf allen Sendern entsprechende Sendungen,
die uns an das Hochwasser, an Prinzessin Diana und all die Dinge erinnern,
die 1997 aus Sicht der Medien geprägt haben.
Mein persönlicher Jahresrückblick sieht anders aus, wie wohl für
jeden von uns gilt, daß ganz unterschiedliche Ereignisse diesem Jahr
ihren Stempel aufgedrückt haben. "Mein" Jahr war ein Jahr der
Veränderungen und der Hektik, im Beruf wie zu Hause, und ich bin sehr
gespannt und freue mich darauf, wie das neue Jahr werden wird.
Ich wünsche uns allen ein gesegnetes, glückliches und frohes neues
Jahr!
Lutz Vogt
An dieser Stelle ergeht also eine herzliche Einladung (nicht nur) zu dieser Stunde - Kommt und betet mit! Thema der Woche ist "Gemeinsam glauben, miteinander beten."
3. Mo 25,10: Und ihr sollt das fünfzigste
Jahr heiligen und sollt ein Freijahr ausrufen im Lande allen, die darin wohnen,
denn es ist das Jubeljahr. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seiner Habe
und zu seinem Geschlecht kommen. Und wieder ein neues Jahr. Schon komisch, wie schnell es wieder so weit ist. Und wieder das gleiche: Wir blicken zurück auf das letzte Jahr, was gut und was nicht so gut gelaufen ist, wir überlegen und wir werten aus. Und die meisten von uns nehmen sich, wie alle Jahre wieder, vor, daß dieses neue Jahr anders werden soll. Wir nehmen uns vor, uns zu ändern und es in diesem Jahr besser zu machen als im nächsten. Aber ist euch schon einmal aufgefallen, daß das nie so richtig zu funktionieren scheint? Und hier ist warum: Wir selbst verändern uns nicht, sondern versuchen nur, unser Verhalten zu ändern. Doch da unser Reden und Handeln in dem verwurzelt ist, wie und wer wir sind, ist Veränderung auch so schwer und kostet so viel Disziplin. Doch es gibt eine Hoffnung. Schon im Alten Testament, als Gott seinem Volk das Gesetz gab, gab es eine Hoffnung für alle. Denn jedes fünfzigste Jahr sollte ein Gnadenjahr sein, oder ein Jubeljahr. Konkret hieß das, alle Landverkäufe waren eigentlich langfristige Pachtverträge. Zumeist resultierten Landverkäufe aus Verschuldung. Ein Schuldner konnte seine Schulden nicht mehr bezahlen und mußte sein Land, sein Erbteil und damit seine soziale Sicherheit und seine Lebensgrundlage verkaufen. Manchmal sogar sich selbst und seine Familie.
Doch nach 7 Jahren mußten Sklaven wieder frei gelassen werden und nach
49 Jahren wurde dann das Land immer wieder so verteilt, daß jede Familie
wieder zu ihrem von Gott gegebenen Erbteil kam. Das gewährleistete,
daß jeder eine gerechte Chance bekam, sich eine Existenz aufzubauen.
Es war im Prinzip ein Weg, soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. Das Volk Israel hat dieses Gesetz nicht so genau beachtet, aber es war Gottes Wille, daß jeder eine gerechte Chance bekommt. Auch uns geht es so, daß wir mehr am Bezahlen für unsere früheren Fehler sind als alles andere. Unser Charakter und unsere Persönlichkeit ist geprägt von den Fehlern, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Und darum ist es so schwer für uns, uns zu verändern. Und jedes Jahr an Silvester nehmen wir uns das gleiche vor, nur um nächstes Jahr an Silvester einmal mehr eingestehen zu müssen, daß wir versagt haben. Wir sind durch die Sünde in unserem Leben verschuldet und somit Sklaven der Sünde, wie es Paulus im Römerbrief beschreibt (Röm. 6). Doch Jesaja prophezeit über Jesus in Jes. 61,1-2, daß der Geist Gottes auf ihm sein wird, damit er, der Elende, eine gute Botschaft bringt, daß er gebrochene Herzen verbindet, den Gefangenen Freiheit bringt und die Gebundenen befreit. Und er soll das Gnadenjahr des Herrn verkündigen. Gott hat auch für uns ein Jubeljahr vorbereitet in Jesus. Wir haben die Hoffnung, daß wir nicht so bleiben müssen wie wir sind, denn selbst wenn wir uns selbst nicht verändern können, Jesus kann uns verändern. Und ich meine nicht nur unser Verhalten, sondern unser ganzes Wesen. Denn da, wo wir gebunden sind von der Sünde in unserem Leben, von unseren Erfahrungen und von allem, was uns geprägt hat, da will Jesus Freiheit bringen. Die Freiheit, die es uns ermöglicht, wirklich eine neue Kreatur zu werden in Christus. Und das wünsche ich mir für mich und für uns, daß das Jahr 1998 für uns als Gemeinde, aber ganz besonders auch für jeden einzelnen persönlich zum Jubeljahr Gottes wird. Ein Jahr in dem wir freigesetzt werden, wirklich so zu werden und zu sein, wie Gott uns am Anfang erdacht und erschaffen hat, bevor wir geprägt wurden von der Welt um uns herum und der Sünde in unserem Leben. Und ich bete wie Johannes es am Ende der Offenbarung tut: Komm, Herr Jesus, um uns das Jubeljahr Gottes, das Jahr der Gnade unseres Herrn zu bringen.
Erich Lotz junior
Auf der Mitarbeiterbesprechung am 02.12.97 wurden folgende Themen
besprochen:
Wir wollen weiterhin treu im Gebet und der Fürbitte für einander
bei unserem Herrn Jesus Christus einstehen und nicht müde werden, uns
Mut und Segen zuzusprechen.
"Denn er wollte, daß es keine Uneinigkeit gibt im Körper, sondern
jeder Teil sich um den andern kümmert. Wenn irgendein Teil des Körpers
leidet, dann leiden alle anderen mit ihm. Und wenn irgendein Teil geehrt
wird, freuen sich alle anderen mit" (1. Kor. 12,25.26).
Christel Lotz
Lebt in der Liebe,
Epheser 5,2
Der Beginn eines Jahres steht irgendwie sowohl für die Beständigkeit,
als auch für den Wechsel. Beständigkeit insofern, als unser Leben
weitergeht und nur selten zum ersten Januar eine wirkliche Veränderung
kommt, wie zum Beispiel eine neue Stelle.
Wie jedes Jahr aber planen wie zu Silvester wieder Neues und fassen mehr
oder minder gute Vorsätze. Denn der Jahreswechsel gibt uns immer wieder
auch Anlaß zu überdenken, was uns das vergangene Jahr gebracht
hat und was wir dringend verändern wollen.
Dabei gilt es, einige wichtige Regeln zu beachten: Zum einen müssen
wir ernsthaft die Veränderung wollen - "man könnte ja mal ..."
ist nicht die richtige Einstellung, um wirklich etwas zu verändern.
Ferner müssen wir realistisch bleiben bei dem, was wir uns vornehmen.
Alles auf einmal zu verändern kann gut und richtig sein. Oft aber stehen
wir dann vor einem riesigen Berg von Problemen und Veränderungen, so
daß wir daran schier verzweifeln und gar nicht erst anfangen. Dabei
bleiben dann leider auch die dringenden und wichtigen Sachen liegen oder
auch jene, die sich leicht ändern ließen.
Vor allem aber gilt: Lassen wir uns von der Liebe leiten. Die Liebe zu Gott
und zu unserm Nächsten wird uns sagen, was wir am dringendsten
verändern sollten. Sie macht es uns aber gleichzeitig auch leicht, etwas
zu ändern, denn was ich aus Liebe tue, das tue ich auch gern. Und was
ich gern tue, das fällt mir wesentlich leichter als alles, was ich mir
mühsam abringen muß. Ich wünsche mir und uns allen, daß wir nicht nur im neuen Jahr in der Liebe leben und die Liebe uns leitet bei allem, was wir ändern und tun! Lutz Vogt
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