Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott
selbst war das Wort, dasselbe war am Anfang bei Gott..." usw., usw. Die meisten von
uns kennen diesen Anfang des Johannes Evangeliums. Klingt ja schön philosophisch, aber
doch etwas verwirrend und kompliziert. Man könnte das ganze doch etwas einfacher
ausdrücken und einfach sagen: Das Wort Gottes gab es schon immer! Oder so etwas in der
Art. Warum macht es Johannes den so kompliziert.
Auch die Sache mit der Schöpfung und dem Wort ist ja eigentlich sehr
einfach zu verstehen. Denn wenn wir Genesis 1 lesen, dann heißt es immer wieder:
Gott sprach..., und es ward ...!", also ist die Art, wie Gott schöpferisch
tätig war, anscheinend indem er gesprochen hat, und dann ist etwas passiert. So weit, so
gut, Gott kann ja schließlich machen ,was er will und wie er es will.
Doch dann kommt das, was nicht so ganz in das einfache Bild passt, denn
Johannes sagt dann, dass dieses Wort, das am Anfang bei Gott war und das selbst Gott ist,
Fleisch wurde und unter uns wohnte. Also ist das Wort, das selbst Gott ist und in dem
anscheinend die Schöpferkraft Gottes liegt, eine eigenständige Person, Jesus.
Vor ein paar Monaten haben wir uns schon einmal mit der Schöpferkraft
des Wortes auseinander gesetzt. Damals ging es darum, dass auch unsere Worte die Kraft
haben, etwas zu schaffen und dass wir dementsprechend lernen müssen, mit unserer Zunge
umzugehen. Doch heute wollen wir uns etwas mit einem anderen Aspekt des Wortes Gottes
auseinander setzen.
Das Wort Gottes, das in Jesus Fleisch geworden ist, hat heute noch die
Kraft, die es schon immer hatte und es hat eine eigene Dynamik, eine Persönlichkeit.
Wenn wir die Bibel betrachten, die wir ja auch als Wort Gottes
bezeichnen und annehmen, dann sehen wir ja einige heftige Aussagen über dieses Wort.
Heb. 4 vergleicht das Wort Gottes mit einem scharfen, zweischneidigen
Schwert, das die Macht hat, Seele und Geist zu trennen (Heb. 4,12). Es heißt da, dass das
Wort Macht hat dazu, und in 2. Tim 3,16 beschreibt Paulus, dass jedes Wort, das von Gott
eingegeben ist, nützlich ist für alles mögliche. Es lehrt, erzieht, korrigiert und
formt Charakter. Jesaja 55,10-11 macht sogar ein Versprechen, dass das Wort Gottes nie
leer zurück kommen wird, sondern immer das ausrichtet, was es tun soll.
Viele Versprechungen. Doch wie wird das real?? Diese Schöpferkraft,
die darin enthaltene Lebensveränderung??
Ich möchte zuerst sagen, wie es nicht funktioniert: Über unser
Verstehen. Unser Verstehen ist gut und wichtig und schön, aber nicht notwendig. Denn das
Wort Gottes ist eine Person. Und eine Person bringt Veränderung in meinem Leben, wenn ich
Zeit mit ihr verbringe und mich auf eine Beziehung einlasse. Ich werde eine andere Person
nie wirklich verstehen, sondern immer besser kennen lernen.
Genau so ist es mit dem Wort Gottes, der Bibel. Wir lernen dieses Buch
kennen, manche lernen es lieben. Wir entwickeln eine Beziehung dazu, wenn wir Zeit mit der
Bibel verbringen und das Wort auf uns wirken lassen.
Viele werden jetzt sagen: Aber ich verstehe das meiste doch nicht! Da
möchte ich euch ermutigen. Die Kraft, die im Wort Gottes steckt, wirkt unabhängig von
unserem Verstehen. Denn hat das Wort Gottes wirklich die Kraft, die die Bibel behauptet,
dann ist Gott da am wirken, und ER ist von unserem Verstehen nicht abhängig.
Ich möchte euch ermutigen, in diesem neuen Jahr einfach mal einen
Versuch zu starten. Wenn ihr es nicht sowieso schon tut, dann probiert es doch einfach
mal, im nächsten Jahr, das sowieso zum Jahr der Bibel ernannt wurde, regelmäßig
Gemeinschaft mit dem Wort Gottes zu haben, zu lesen und darüber nachzudenken, und seht
einfach mal nach, ob sich in eurem Leben und in eurer Beziehung zu Gott etwas tut. Ihr
werdet sehen, dass die Kraft, die die Welt erschaffen hat, immer noch Leben erneuert und
bereichert.
Bericht über die Mitarbeiterbesprechung vom 12.12.2002, diesmal
ausnahmsweise bei Wanda und Jürgen Schowalter: