Grußwort
Im letzten Jahr habe ich an dieser Stelle die Frage gestellt, was denn
Gemeinde 2000" für uns bedeutet, wie also die Gemeinde neuer, besser bzw.
attraktiver wird.
Die größte und wichtigste Neuerung waren dieses Jahr sicherlich die
neuen Gemeinderäume, die wir schon öfters zum gemeinsamen Kaffeetrinken und zu anderen
Aktivitäten genutzt haben.
Nun stehen wir an der Schwelle zum neuen, dem dritten Jahrtausend. Und
gerade das steht natürlich für den Aufbruch und für Neues. Was also wird uns dieses
Jahr oder Jahrzehnt bringen? Gibt es neue Möglichkeiten, die Gemeinde attraktiver zu
gestalten und damit vielleicht Gottes Reich zu vergrößern?
Wie so oft bin ich gespannt auf das neue Jahr und wünsche Euch einen
schönen Januar und einen guten Start ins neue Jahrtausend
Ein Weihnachtsmärchen!??
Es ist Freitag, der 22.12. In einem Kinderheim in Petresti,
Rumänien. In Rumänien herrscht gerade die größte Lebensmittelknappheit seit 10 Jahren,
und es ist zwei Tage vor Weihnachten. Die Kinder wissen, dass es zu Weihnachten nicht viel
geben wird, aber sie wünschen sich einen Kuchen. Es währe doch so schön, wenn man etwas
Christstollen backen könnte, um die Geburt Jesu zu feiern. Doch die Betreuer haben weder
Mehl, noch Zucker, noch sonst etwas. Und so wird es zu Weihnachten auch keinen Kuchen
geben.
Es ist Montag, der 11.12. Thomas sitzt in seinem Büro in Karlsruhe,
Deutschland. Das Telefon klingelt. Zu seiner Überraschung ist es eine Firma, die
Christstollen herstellt. Sie haben gehört, das Thomas manchmal Hilfsgüter nach Rumänien
bringt. Ob er denn Interesse hätte an ein paar Stollen. Natürlich, aber wie viel denn?
Na, so zwischen 30 und 40 Paletten.
Thomas traut seinen Ohren kaum, sagt aber sofort zu. Jetzt gibt es aber
einige Probleme. Wie transportiert man das? Man braucht Lastwagen, Fahrer, Zollpapiere,
Verteiler in Rumänien, Geld um die Fahrt zu finanzieren und das alles muss noch dieses
Jahr passieren, bevor die Zollbestimmungen sich zum 1.1. ändern.
Also erst einmal Arbeit beiseite gelegt und ans Telefon. Die ersten
Lastwagen, die angefragt werden, sind nicht verfügbar, aber es sagen spontan 5 Fahrer zu,
die bereit sind, über Weihnachten zu fahren.
Auch die Organisation für das Verteilen in Rumänien über eine
Gemeinde steht sofort. Peter erinnert sich auch an einen Mann, den er auf einem Weinfest
kennen gelernt hat. Der arbeitet auf dem Zollamt und ist für Osteuropa verantwortlich.
Der Kontakt wird gemacht, die Papiere laufen.
Bleiben die Lastwagen. Aber warum nicht einfach mal das große LKW Werk
in der Gegend anfragen, vielleicht würden die ja an Weihnachten die Laster sponsern. Die
Anfrage läuft und geht überraschend gut durch.
Inzwischen ist es Sonntag, der 17.12. Die LKWs sind noch nicht sicher
zugesagt. Der oberste Chef ist gerade in China und muss seine Zustimmung noch geben. Die
Fahrer sind da, die Papiere sind fertig, aber es ist noch kein Geld da. Die Fahrt mit zwei
Lastwagen kostet ca. 6000,- DM. Doch voller Freude berichten die 6 Leute, die fahren
wollen, von dem, was Gott gerade tut. Es ist eine Gemeinde von ca. 80 Mitgliedern, im
Gottesdienst sind ca. 40-50. Es wird spontan der Vorschlag gemacht, eine Sammlung am
Dienstag durch zu führen, um die Fahrt zu unterstützen.
Montag kommt die Zusage des LKW Werkes. Sie stellen die 2 LKWs und eine
Tankfüllung Diesel pro LKW.
Dienstag Abend wird das gesammelte Geld gezählt, 5960,-DM. Etwas
später kommen dann noch 25,-DM dazu und dann noch einmal etwas. Die Finanzierung steht.
Mittwoch werden die Laster abgeholt und die Stollen geladen. Jetzt sind
es dann doch 60 Paletten. Donnerstag wird dann neu geladen, da noch ca. 20 Paletten andere
Nahrungsmittel mit gehen. Der Rest wird mit Kleidung usw. voll gemacht.
Donnerstag Abend machen sich die Fahrer auf den Weg.
Es ist nun Samstag, der 23.12. in dem Kinderheim in Petresti, in
Rumänien. Ein Tag vor Weihnachten. Die Kinder sehen auf einmal den VW Bus der Gemeinde
vor Ort auf den Hof fahren, bis unter das Dach voll mit Christstollen. Genug, dass jedes
Kind seinen eigenen bekommt und mehr. Es ist wirklich Weihnachten, Emanuel ist gekommen,
Gott mit uns.
Ein Weihnachtsmärchen?? Nein, Realität. Wir haben genau diese
Geschichte diese Weihnachten auf dem Deutschhof erlebt. Die Christstollen sind inzwischen
über ganz Rumänien verteilt. Ein sichtbares Zeichen, dass Gott die Menschen nicht
vergessen hat.
Und einmal mehr können wir sagen:
Schmecket und sehet, daß der HERR gütig ist!
Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt! Ps 34,9
Erich Lotz junior
Rabbi M. war zu Besuch bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage:
Wo wohnt Gott?"
Sie lachten über ihn: Was redet ihr? Ist doch die Welt seiner Herrlichkeit
voll!"