Grußwort
Der Januar ging für uns wie im Flug vorbei, denn kaum hatte das neue
Jahr richtig begonnen, waren wir schon eine Woche im Skiurlaub. Überhaupt ist momentan
wieder einmal ein ziemlich anstrengende und hektische Zeit bei uns, so daß wir kaum dazu
kommen, einmal innezuhalten und uns Zeit für uns und für Gott zu nehmen.
Dabei gibt es so vieles, was wir Gott verdanken und weswegen wir
dankbar sein dürfen. Gar zu oft freilich sieht man nur die Sorgen des nächsten Tages und
nicht so sehr die Gaben und Dinge, die Gott und gestern geschenkt hat. Dann ist es immer
wieder gut, sich Zeit zu nehmen für Gott, ihn einfach mal so zwischendurch in seine
Gedanken zu lassen und ihn nicht morgens an der Firmentür wie einen Mantel abzulegen und
ihn abends dann wieder mitzunehmen.
An dieser Stelle möchte ich auch Erich danken, daß er trotz aller
seiner eigenen Hektik immer wieder die Zeit findet, die Bibelausarbeitung für den
Gemeindebrief zu machen, trotz seines Engagements auf dem Deutschhof und der Ausbildung am
Bienenberg !
Einen schönen Februar wünscht Euch
Wenn wir ins schleudern kommen ...
Es ist Winter, die Zeit, in der es manchmal nicht gerade schön ist,
auf der Straße zu sein. Gerade gestern, als ich abends nach Hause gefahren bin hielten
ein paar Autos mitten am Berg, und ich habe mich schon geärgert, daß sie nicht weiter
fuhren. Doch da bemerkte ich, daß die Straße etwas weiter eine einzige Eisfläche war
und es unmöglich war, den Berg hoch zu fahren. Also habe ich mehr rutschend als fahrend
gewendet und bin einen Weg gefahren, der gestreut war.
Es ist gar nicht so ungefährlich, sich auf glatten Straßen zu
bewegen. Deshalb werden auch vom ADAC und anderen Institutionen extra Schleuderkurse
angeboten, in denen man lernen kann, was man tun muß, wenn das Auto ins Schleudern
gerät, und wie man es auch auf Glatteis noch in der Spur halten kann. Und das erste, was
man bei diesen Kursen lernt, ist, die Reifen nicht zu blockieren, denn sonst verliert man
die Möglichkeit zu lenken. Das zweite ist, sich auf einen Punkt zu konzentrieren, auf den
man zusteuern will, und nicht auf die möglichen Gefahren, denn dann lenken die Hände
fast wie von selbst auf diesen Punkt zu.
Wenn wir in einem schleudernden Auto auf den nächsten Baum sehen, dann
werden wir diesen auch sehr wahrscheinlich treffen, doch wenn wir uns weiter auf die
Straße konzentrieren, dann werden wir auch auf der Straße bleiben.
Manchmal wäre es schön, auch einen Schleuderkurs für unser Leben
machen zu können. Denn auch das kommt so manches Mal ins Schleudern und wir verlieren die
Kontrolle. Und dann sieht es so aus, als ob alles nur noch auf den nächsten Baum
zusteuert. Und dann kann man nicht einfach einen Kurs in einem Tag absolvieren, nach dem
wir wissen, wie wir unser Leben in der Spur halten können.
Doch die gleichen Prinzipien wie beim Autofahren auf glatter Straße
gelten auch für unser Leben. Denn es kommt auch in unserem Leben darauf an, worauf wir
uns konzentrieren, worauf wir unseren Blick richten.
Wir kennen sicher alle die Geschichte in Mat. 14, in der Jesus auf dem
Wasser geht und Petrus aus dem Boot zu sich ruft. Petrus, im Glauben, geht auf dem Wasser,
so lange er auf Jesus sieht, doch als er seinen Blick auf den Sturm um sich herum und auf
die Wellen richtet, da sinkt er. Er hat die Augen so zu sagen von der Straße genommen und
prompt den Wagen an den Baum gesetzt. Denn so lange er auf Jesus gesehen hat, tat er das
unmögliche. Der Sturm und die Wellen waren die gleichen, doch die Blickrichtung von
Petrus war eine andere.
Der Schreiber des Hebräerbriefes greift dieses Bild noch einmal auf.
In Heb. 11 haben wir dieses klassische Kapitel über Glauben, und dann geht es im Kapitel
12 um die Blickrichtung. Und in den Versen 1-2 steht nun sozusagen die Anleitung zum
"Schleuderkurs unseres Lebens". Da geht es erst einmal darum, uns von der Sünde
zu lösen, die unsere Leben belastet, und die sozusagen unsere "Räder
blockiert". Denn dann können wir den Kampf kämpfen zu dem wir bestimmt sind.
Und dann sollen wir aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender
unseres Glaubens. Denn wie bei Petrus, als er auf dem Wasser ging, ist der Blick auf Jesus
das, was uns über Wasser hält. Sehen wir auf die Probleme, die sich vor uns auftürmen,
dann werden wir auch auf die Probleme zusteuern.
Und wir werden, wie Petrus, von den Wellen überwältigt. Doch sehen
wir auf Jesus, dann wird er auch zu uns kommen, uns aus dem Wasser zurück ins Boot ziehen
und den Sturm stillen.
Ich wünsche mir und uns, daß wir es lernen, immer mehr unseren Blick auf Jesus zu
richten und im vertrauen auf ihn, wie Petrus auf dem Wasser durch den Sturm unseres Lebens
zu gehen. Denn im Blick auf ihn werden wir lernen, unser Leben, daß doch oft ins
Schleudern gerät, trotzdem in der Spur zu halten.