Grußwort
Dieses Jahr fällt es mir schwer, in die "richtige"
Weihnachtsstimmung zu kommen. Mit dazu beitragen mag die Hektik im Büro, natürlich die
Krankheiten in unserer Familie, das graue Herbstwetter und vieles mehr.
Dabei freue ich mich wie jedes Jahr auf Weihnachten. Ich freue mich auf
die Ruhe, die es nach allem Stress doch bringt, auf schöne Tage im Kreis der Familie, und
- ja! - auch auf die Geschenke, die ich bekomme und die ich verschenke.
Weihnachten ist eben ein Fest der Freude und der Liebe. Natürlich
steht im Mittelpunkt die Freude über die Geburt Jesu, darüber, dass Jesus zu uns
gekommen ist. Aber deswegen sollten wir die Freude und die Liebe zum Nächsten, zum Leben
und der Welt nicht vergessen. Und wir dürfen guten Gewissens Geschenke verteilen, wie wir
von Gott das große Geschenk seiner Liebe bekommen.
Wenn das Herz überfließen will, wenn alle Augen strahlen und Lieder
vom Kommen Jesu künden - dann ist Weihnachten!
Frohe, gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr wünschen Euch
Es ist schon wieder so weit, das Jahr ist fast vorbei und Weihnachten
steht vor der Tür. Es ist eine Zeit der Hektik, aber auch der Reflexion. Und meistens
auch eine Zeit des Ausblicks. Man macht sich Gedanken über die Zukunft, gerade jetzt, am
Jahrtausendwechsel. Und das ist gut und richtig so.
Jesus fand in beidem, im Rückblick und in dem Verwurzelt sein, und im
Ausblick, in dem Wissen um die Zukunft, sein Selbstverständnis und seine Sicherheit. Wir
lesen in Joh. 13,3, dass Jesus wusste, dass er vom Vater ausgegangen war. Er wusste um
seine eigenen Wurzeln, und er wusste, dass er wieder zum Vater gehen würde. Er wusste
also um seine Zukunft und daraus ergab sich sein Dienst, denn aus diesem Verständnis
heraus wusch er seinen Jüngern die Füße.
Diese beiden Komponenten spielten im Leben Jesu eine große Rolle.
Jesus wusste, wer er war, woher her kam und wo er hin gehörte. Schon mit 12 Jahren
bezeichnete er den Tempel als seines Vaters Haus (Lk. 2,49). Jesus wusste um seine
Gottessohnschaft. Doch wie wir in Phil. 2 nachlesen können hat er es nicht als Schaden
erachtet, seine Herrlichkeit zu verlassen, Mensch zu werden und ein Leben im Gehorsam
seinem himmlischen Vater gegenüber zu leben. Ein Gehorsam, der ihn das Leben kostete.
Und Jesus wusste, wo sein Leben hin ging. Jesus wusste von Anfang an,
warum er gelebt hat. Er kam, um, wie es Jesaja prophezeit hat, den Elenden gute Botschaft
zu bringen, zerbrochene Herzen zu verbinden, Gefangene zu befreien und das Gnadenjahr des
Herrn zu verkündigen (Jes. 61,1-2). Und er wusste, dass dieser Auftrag ihn ans Kreuz
führen würde. Er hat seine Leiden und den Weg zu Kreuz seinen Jüngern immer wieder
angekündigt, und er ist bereitwillig diesen Weg gegangen.
Jesus wusste, wer er war, da er wusste, wo er her kam und wo er hin
ging, und sein Dienst und sein Verhalten hat sich daraus entwickelt. Denn in Joh. 13 lesen
wir weiter, dass aus diesem Wissen heraus, wo er her kam und wo er hin ging, er seinen
Jüngern die Füße gewaschen hat.
Für viele von uns ist jetzt so eine Zeit, in der wir zurück blicken
und zu verstehen versuchen, wo wir her kommen. Und wir versuchen nach vorn zu sehen und
Ziele für das nächste Jahr zu setzen. Wie bei Jesus ist es auch in unserem Leben
wichtig, dass wir in diesen beiden Punkten Klarheit haben. Ich möchte dazu ermutigen,
besonders im Gebet über das letzte Jahr nachzudenken, als Einzelne, als Familien, aber
auch als Gemeinde.
Lassen wir uns doch von Gott zeigen, wo wir her kommen und was uns in
letzter Zeit geprägt hat. Dann werden wir mehr verstehen, wer wir sind, und darin
Sicherheit gewinnen.
Lasst uns aber auch in die Zukunft schauen und Gott darum bitten, uns
Klarheit zu schenken darüber, wo er uns hin haben will. Jesus hat sein ganzes Leben nach
einer Vision gelebt. Gott hat auch für uns, als Einzelne, als Familien und als Gemeinde,
einen Plan, wie er einen Plan für Jesus gehabt hat. In Sprüche 29,18 steht, dass da, wo
keine Vision ist, ein Volk verwildert oder unter geht. Es ist extrem wichtig, eine Vision
zu haben, ein Ziel, das man ansteuert. Denn ohne Ziel wird vieles sinnlos. Man ist
entmutigt und es wird sich nichts entwickeln.
Doch Gott hat eine Zukunft für uns. In Jer 29,11 steht: "Denn ich
kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens
und nicht des Unheils, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren." Das ist Gottes
Plan für uns.
Lasst uns diesen Prozess nicht vermeiden, den Prozess der Reflexion, um zu sehen, wo
wir her kommen, und den Prozess des auf Gott Hörens, um eine Vision zu entwickeln, die
uns in das neue Jahr und Jahrtausend leitet, damit wir mehr und mehr verstehen, wer wir
sind und damit unser Dienst am Reich Gottes aus der gleichen Motivation und der selben
Kraftquelle kommt wie der von Jesus.
Erich Lotz junior