Offene Herzen, offene Türen - Gemeinde mit
evangelistischer Vision
Impulstage des Verbandes deutscher
Mennonitengemeinden
26.01. - 29.01. 2005
Tagungsstätte Thomashof
Beginn mit dem Abendessen um 18.00 Uhr
Ende nach dem Mittagessen um 13.00 Uhr
Schwerpunkt der Impulstage 2005 ist das Thema "Gemeinde und
Evangelisation". Folgende Aspekte werden uns in Vorträgen,
Gesprächsgruppen und im Plenumgespräch beschäftigen.
- Evangelisierende Gemeinde - Sehnsucht und Angst
- Gottes Herz für uns Menschen
- Evangelisation ist Herzenssache - Hindernisse begreifen und
beseitigen
- Einheit ist die höchste Form der Evangelisation
- Evangelisation und Jüngerschaft
- Als Gemeinde ein evangelistisches Profil entwickeln
- Beispiele evangelistischer Gemeindearbeit
- Multiplikation - Gottes Strategie zur Ausbreitung seines
Reiches
- Verheißung und Segen für die evangelisierende Gemeinde
Die Anmeldung kompletter Leitungsteams steht in einem direkten
Verhältnis zum persönlichen Gewinn und zu einer besseren Umsetzung
in die gemeindliche Praxis. Das tägliche Morgenlob, neue Lieder, ein
Segnungs- und Sendungsgottesdienst mit Abendmahl sowie viele
Möglichkeiten zu Gesprächen runden das thematische Angebot ab.
Referent: Pastor Manfred Lanz, Leiter des Gemeindegründungswerks
im Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)
Leitung: Kurt Kerber, Klaus Knödler, Dorothee Kreiter, Helen
Vogler
Tagungspreis: Tagungskosten: 115,- € im DZ; EZ 33,- Aufschlag;
Kursgebühr: 15,- € Die Preise gelten für die gesamte Tagung; nicht
beanspruchte Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.
Tagesgäste zahlen: € 33,- für Kursgebühr und Vollverpflegung. 10, -
€ Zuschlag bei Anmeldung nach dem 31. 12. 2004
Anmeldung bis 31. 12. 2004 an:
Verband deutscher Mennonitengemeinden (VdM)
Kurt Kerber
Augrund 27a
74889 Sinsheim
Tel: (0 72 61) 56 53, Fax: - 1 67 22, Email : kurtkerber@aol.com
Jesus und seine Jünger kommen zurück von einer langen Reise zu Fuß ins
Ausland. Bei den syrophönizischen nördlichen Nachbarn Israels sind sie
gewesen, weil Jesus einmal die Ruhe erfahren wollte, die Ruhe vor dem
ständigen Gefragtsein in seinem eigenen Volk, vor dem Gefragtsein als
Messias wie vor dem Gefragtsein als Wunderheiler.
Das wollen wir alle irgendwann erleben, dass die täglichen
Anforderungen unseres Berufes, unserer Stellung einmal von uns
abfallen, dass wir als Menschen ganz einfach wir selbst sein dürfen.
Deshalb fahren wir in den Urlaub, dahin, wo uns niemand kennt. Und
dabei wollen wir natürlich auch Menschen kennen lernen, deren Art und
Leben uns seither fremd gewesen ist.
Jesus und die Jünger sind auf dem Rückweg, noch im heidnischen
Gebiet der „10 Städte“, da fällt noch einmal, wie bereits zu Anfang
dieser Reise, die Erwartung der Menschen über ihn her. Sie glauben
zwar nicht an den Gott Israels, aber sie haben von dem gehört, in dem
manche Israeliten den Sohn ihres Gottes sehen.
Sie haben über die Grenzen hinweg vernommen, dass Jesus nicht
allein überzeugend zu predigen versteht, sondern dass er den Menschen
auch hilft in ihren Nöten der Seele und des Leibes. So bringen sie den
Taubstummen zu ihm, dem in seinem eigenen Volk und in seiner eigenen
Glaubensgemeinschaft niemand zu helfen vermochte. Vielleicht kann
dieser Fremde etwas ausrichten.
Was oder wer „nicht weit her“ ist, von dem erwarten wir nicht viel.
Der Fremde fasziniert. Die Wunderheiler von den Philippinen sind
manchem Europäer interessanter und verheißungsvoller als die
traditionelle Kunst der Ärzte im Abendland. Je exotischer die
Methoden, desto größer ist die Erwartung. So machen wir das auch.
Aber wer wendet sich in seinen Nöten noch an den Exoten aus dem
Vorderen Orient, an Jesus von Nazareth? - Wie man das tun soll?
Man kann doch zu ihm sprechen, kann ihn anreden in Gebeten und ihm
in der Haltung der Erwartung gegenübertreten. Jesus hat Übung darin,
mit Menschen umzugehen, die ihn nicht hören, nicht verstehen können.
Er berührt die Ohren, jene für den Gehörlosen seither nutzlosen Organe
und macht ihm damit klar: hier soll dir etwas geschehen.
Mit dem Finger tippt er an die eigene Zunge, an das Organ, mit
dessen Hilfe er deutlich akzentuiert zu sprechen vermag, und dann geht
er mit demselben Finger an die Zunge des armen Menschen, den er vor
sich hat. Da weiß der: wie er sprechen kann, so soll auch ich
sprechen!
Diese augenfällige und zu spürende Verständigung ist nicht alles.
Jesus nimmt auch noch zu einem anderen Kontakt auf, er blickt zum
Himmel und er sagt in seiner Sprache, die diesem Heiden fremd ist, die
auch uns fremd ist: „Ephata“ - tu dich auf!
Ist das ein fremdartiges Zauberwort, das wir auch einmal in einer
Situation versuchen sollten, in der uns ein Mensch partout nicht
verstehen will? Nein, die zuvor geschilderte Methode Jesu ist besser.
Man muss seinem Gegenüber erfahrbar machen, was man ihm helfen will
und kann. Klappt die Verständigung über Sprache nicht, dann hilft die
Gebärde weiter. Das kennen wir doch auch von unserem Umgang mit
Ausländern her, die unserer Sprache nicht mächtig sind. Und wenn sie
gar spüren, wir geben ihnen etwas von uns selbst, dann lässt das
gegenseitige Verstehen nichts zu wünschen übrig. Kann es nicht sein,
dass das gegenseitige Verstehen unser eigentliches Problem miteinander
ist, ob wir nun die gleiche Sprache sprechen oder nicht.
Wir, die wir das gewöhnt sind, wissen oft gar nicht, welch großes
Geschenk uns mit der Sprache gegeben ist. Sprache schafft Verstehen
und wenn wir sagen: „mit dem spreche ich nicht mehr“, dann wollen wir
ihn nicht mehr verstehen, dann wollen wir mit ihm nichts mehr zu tun
haben. Und das ist schlimm.
Wie groß und schön aber ist die gegenteilige Erfahrung: dass ein
Mensch zum Reden kommt, dass er sein Herz einmal ausschütten kann und
sich „alles von der Seele redet“, was ihn bedrückt hat. Da ist der,
der zuhören darf und der das kann, ebenso beglückt wie der andere, der
sein Herz ausschüttet. Wie gut ist es wenn wir sagen können: „mit dem
kann ich reden“ oder auch: „mit mir spricht der“.
Jesus hat einem Menschen geholfen, aber er will nicht, dass davon
ein großes Wesen gemacht wird. Er will auch im fremden Land nicht als
der Wundermann bekannt werden, von dem sie schließlich alle einmal
eine Wundertat sehen möchten. Vielleicht ist diese Zurückhaltung und
Bescheidenheit auch ein Grund dafür, dass die Leute erstaunen. „Er hat
alles wohl gemacht“ - von wem kann man das schon sagen? Der Sohn
Gottes verbirgt sich hinter seinen Taten. Dem aber wird er offenbar,
der vom Leiden seiner behinderten Existenz befreit ist.
Wer von uns hört es nicht gern, wenn er gelobt wird? Wenn die Leute
sagen, wir hätten eine Sache ganz hervorragend gelöst, dann sind wir
froh und zufrieden. Wir sind durch den Ruhm alle verführbar. So sagen
wir auch: “Ehre, wem Ehre gebührt“. Und wir denken, dass jede Arbeit
nicht nur ihres Lohnes, sondern auch ihrer Anerkennung wert ist.
Auf der anderen Seite berührt es auch uns angenehm, wenn wir es mit
jemand zu tun haben, der über der Abhängigkeit vom Lob der Leute
steht. Recht frei ist, wer nicht zu schielen braucht nach dem Lob
seiner Umgebung. Manchmal wünschen wir uns, solche Freiheit zu haben.
Aber sind nicht gerade die Dinge des menschlichen Miteinanders, um
die es hier geht, solche, die im Stillen und Verborgenen am schönsten
blühen? Wenn Christus uns solche Freiheit gibt, dann dürfen auch wir
sagen: Er hat alles wohl gemacht. Amen.
Herr, höre unser Bitten wenn wir dich anrufen um offene Augen und
Ohren, dass wir sehen und hören wo und wie Menschen auf uns warten.
Gib uns die Geduld, zuzuhören wenn einer uns sein Herz ausschütten
möchte. Gib uns Verständnis wenn einer seine Schwierigkeiten vor uns
ausbreitet. Lass uns bescheiden bleiben wenn uns Vertrauen geschenkt
worden ist, dass unsere Eitelkeit nicht plaudert, wo wir schweigen
sollten.
Wenn wir aber selbst ein Ohr brauchen, das uns zuhört, ein Herz das
uns versteht, so lass uns die richtigen Menschen finden, durch die du
selbst, Herr Jesu Christe, zu uns sprichst. Lass uns das Herz leicht
werden über der Erfahrung, dass wir in der offenen Aussprache vieles
bereinigen können, das sich trennend zwischen uns und andere Menschen
gelegt hat. Herr, lass dies Wunder unter uns zu neuer Wirklichkeit
werden, dass alles Verfahrene wieder gut werden kann weil du selbst
die Tauben hören und die Stummen reden machst. Amen.
Pfr. Erwin Hofmann, Lauterbach – gefunden im
Internet von Lutz Vogt
Am Sonntag, den 08. August 2004, wollen wir im
Rahmen des Gottesdienstes gemeinsam das Abendmahl miteinander
feiern. Wir laden alle dazu herzlich ein!