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GEMEINDEBRIEF
April 1999
Grußwort
Es ist schon erstaunlich, was man so alles an Material zu Ostern im
Internet findet. Es gibt dort solch eine Vielzahl von Gedichten, Ausarbeitungen und
Predigten, daß ich auf den ersten Blick dachte "kein Problem, davon eines für den
Gemeindebrief zu nehmen".
Bei näherer Betrachtung habe ich die meisten Fundstellen jedoch
aussortiert. Ostern ist teilweise sehr "verweltlicht" - hat also in unheimlich
vielen Fundstellen nichts mehr mit Jesus zu tun, sondern mit Eierfärben, Gedichten für
Kinder oder z.B. Witzen. Dann gibt es viele Artikel, die sich mit dem Ursprung von Ostern
befassen. Sehr viele dieser Artikel prangern an, daß Ostern ein Mischung aus jüdischem
Passahfest und heidnischen Riten um die Fruchtbarkeitsgöttin Eostre ist. Und schließlich
gibt es natürlich auch viele Artikel, die beweisen wollen, warum man trotzdem unbedingt
Ostern feiern soll, und daß Eierfärben oder ein Festmahl gegen den Geist von Ostern
verstoßen.
Gesucht hatte ich aber eigentlich nach einer Fundstelle wie der auf der
gegenüberliegenden Seite. Ich wollte nicht wissen, warum wir trotzdem Ostern
feiern sollen, ich wollte keinen mahnenden Zeigefinger, keine Ursprungsforschung oder
etwas in dieser Art. Ostern ist für mich auch und gerade in diesem Jahr einfach eine
Gelegenheit, mir erneut bewußt zu machen, was Jesus für uns getan hat, etwas, woran ich
mich freuen darf und das wir feiern können und sollen.
Frohe Ostern wünscht Euch
Lutz Vogt
Komm mit - Erlebe Ostern!
Das Grab - leider nicht nur ein böser Traum...
Sie erinnerten sich noch genau wie sich der Himmel verfinstert hatte.
War es tatsächlich schon zwei Tage her? Die Hammerschläge dröhnten ihnen noch in den
Ohren. Ja, die Eindrücke waren noch ganz nahe: Das Bild des Kreuzes, das sich über dem
steinigen Grund der Hinrichtungsstätte erhob, der Blick in das von Schmerzen gezeichnete
Gesicht, der letzte Aufschrei - dann war es vorbei!
So nahe waren ihnen die Eindrücke und doch schon so seltsam fern. Zwei
Nächte lagen dazwischen, lange, dunkle Nächte und das Leben war tatsächlich
weitergegangen - auch ohne ihn. Doch in ihren Herzen war jene Finsternis geblieben, die
die Mittagssonne vor zwei Tagen verdunkelt hatte. Wie sehr hatten sie sich in den langen
Stunden der Nacht gewünscht, daß seine Stimme sie aufweckt aus diesem düsteren,
schlimmen Traum. Doch es war kein Traum!
Ein neuer Tag?
So nahmen die Frauen an diesem milden, sonnigen Morgen die Salben und
Tücher, um dem Toten wenigstens den letzten Dienst zu erweisen. Und sie brachen auf zum
Grab. Das fröhliche Zwitschern der Lerche drang nicht zu ihnen durch. Vielmehr trieb sie
die Sorge um: "Wer wird uns den Stein vom Grab rollen?" Mit den Männern konnte
man im Moment nicht rechnen. "Das hat doch alles keinen Sinn mehr!" - war es
Petrus gewesen, der die Stimmung der Jünger auf den Punkt brachte? Nun, sie würden schon
jemand finden, der ihnen den Stein wegrollt. Doch schon, als sie am Garten ankamen,
spürten sie, daß etwas nicht stimmte. Und tatsächlich - der Stein war weggerollt, das
Grab offen! - Auch das noch! Voller banger Vorahnungen liefen die Frauen auf den Eingang
zu, aus dem ein seltsames Licht drang. Waren die Grabschänder etwa noch da? Vorsichtig
blickten sie in das Innere des Grabes.
Er ist nicht im Grab - Jesus lebt!
Was sie nun sahen, hatten sie nicht erwartet - eine Gestalt in einem
unbeschreiblich klaren Licht. Furcht und eine seltsame Erregung ergriff die Frauen, als
die Lichtgestalt zu sprechen begann: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht
Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.
Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag."
Und plötzlich - als ob die Sonne aufgeht - wurde ihr Herz von einer unbeschreiblichen
Freude erfüllt und sie liefen, was ihre Füße hergaben, um es den Jüngern, ja, um es
der ganzen Welt zuzurufen: "Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig
auferstanden!"
Suchst Du Jesus auch bei den "großen Toten" der Weltgeschichte? Dort wirst
Du ihn nicht finden, denn Jesus lebt und "ihr sollt auch leben!" (Joh.14,19)
Lutz Vogt
Fische und Boote
Viele Diskussionen drehen sich darum, wer welche Rechte hat, was
Priorität hat und was auf wessen Kosten geht. Dabei steht oft das Wohl des Einzelnen dem
Wohl der Gemeinschaft gegenüber. Und anscheinend ist das oft ein Widerspruch, besonders
in einer individualistisch geprägten demokratischen Gesellschaft. Denn in unserem
Individualismus fällt es uns schwer, unsere eigenen Rechte zum Wohl der Allgemeinheit
hintanzustellen, auf der anderen Seite werden Entscheidungen demokratisch nach dem
Mehrheitsprinzip getroffen.
Wir stehen also in einem ständigen Konflikt, wessen Wohl mehr zählt,
das des Einzelnen oder das der Allgemeinheit.
Bei Gott scheint es diesen Konflikt nicht zu geben, denn die Spannung
tritt nicht auf. Für Gott scheint die Sache klar zu sein, denn es ist nicht ein
"entweder / oder", sondern ein "sowohl / als auch".
Jesus ist den einzelnen Menschen in ihren alltäglichen Nöten und
Bedürfnissen begegnet. Wenn wir die Evangelien lesen, so sind diese voll von Geschichten,
in denen Jesus Menschen geholfen hat. Abgesehen von den vielen Heilungswundern fasziniert
mich dabei besonders eine Geschichte, die wir in allen vier Evangelien finden, die
Speisung der Fünftausend. Da sind Menschen, die eines der natürlichsten Bedürfnisse
haben, sie waren lange unterwegs, hatten lange zugehört und hatten jetzt Hunger. Die
Reaktion der Jünger war, sie wegzuschicken, damit sie sich etwas zu essen kaufen sollten.
Doch Jesus nimmt sich dieses natürlichen Bedürfnisses an und vermehrt Fische und Brote,
so daß alle satt werden. Jesus sind diese natürlichen, elementaren Bedürfnisse der
Leute nicht egal. Er kümmert sich darum, auch wenn diese Menschen selbst die Möglichkeit
gehabt hätten, etwas gegen ihre eigene Not zu tun.
Gott ist es wichtig, daß es dem einzelnen gut geht. Schon durch den
Propheten Jeremia sagt Gott in Jer. 29,11, daß er einen Plan für uns hat, gute Gedanken
über uns, wie es Luther ausdrückt, einen Plan, um uns Frieden zu schenken und nicht
Leid, einen Plan, um uns eine Hoffnung und eine Zukunft zu geben. Und diese Zusage gilt
für jeden Einzelnen. Auch der so oft gebrauchte Ausspruch: "Hilf dir selbst, so
hilft dir Gott!" paßt eigentlich so ganz und gar nicht in das Bild, das die Bibel
von Jesus zeichnet, denn er hat gerade denen geholfen, die sich nicht selbst helfen
konnten. Sich selbst zu helfen war für ihn kein Kriterium.
Doch Gott hat nicht nur einen Plan für jeden Einzelnen, sondern auch
für die Welt. Wir finden in Römer 8, 19-22 eine interessante Stelle. Hier schreibt
Paulus darüber, wie sehr sich die Schöpfung danach sehnt, daß die Kinder Gottes
offenbar werden und auch die Schöpfung erlöst wird. Gott hat auch einen Plan, nicht nur
den Einzelnen, sondern die Menschheit und die Schöpfung zu erretten. Das erste Mal, als
Gott die Menschheit und die Schöpfung errettet hat, gebrauchte er dazu ein Boot. Wir
können das in 1. Mose 6-9 nachlesen. Das Boot in dieser Geschichte ist uns besser als
Arche bekannt. Gott hatte schon damals einen Plan, die Welt zu retten, und er hat ihn auch
heute noch.
Dieses Problem, mit dem wir uns so oft herumschlagen, wem oder was wir
den Vorrang geben, hat Gott nicht. Er bekommt das Wohl des Einzelnen und das Wohl aller
unter einen Hut. Denn Gott hat Fische, um den Bedürfnissen des Einzelnen gerecht zu
werden, und er hat Boote, um die Menschheit zu retten.
So weit, so schön, mag man sich jetzt sagen, aber was hat das alles mit mir zu tun?
Wenn wir uns die Geschichten etwas genauer betrachten, dann sehen wir, daß die Jünger
die Fische ausgeteilt haben, und daß es ein Noah war, der das Boot gebaut hat.
Gott bezieht uns in seinen Plan ein. Es ist Gottes Plan, aber wir, der Leib Christi, die
Kinder Gottes, sind es, die den Plan ausführen. Doch dazu gehört, daß wir anfangen, auf
Gott zu vertrauen, daß er Fische und Boote für uns hat und sich um uns kümmert und daß
wir uns dadurch frei machen, Gottes Plan und sein Wirken in unserem Leben an erste Stelle
zu stellen. Denn dann werden wir zu Verteilern von Fischen und Bootsbauern für andere.
Erich Lotz junior
Ergebnisse der Mitarbeiterbesprechung
...
Auf der Mitarbeiterbesprechung am 09.03.1999, ausnahmsweise bei Axel und Titin
Dalügge, wurden folgende Themen besprochen:
- Termine
Die Termine für den April wurden besprochen. Mögliche Gastprediger sollen bis zur
nächsten Sitzung angerufen und um im Laufe des Jahres Termine gebeten werden, so daß wir
wieder langfristiger planen können.
- Gemeindefreizeit
Die diesjährige Gemeindefreizeit findet vom 25. bis zum 27.06.1999 wieder auf dem
Thomashof statt. Referent wird Erich Lotz junior sein, ein Thema wird noch gesucht.
- Abendmahl
Das Abendmahl feiern wir am Karfreitag, den 2. April 1999, mit Erich Lotz junior.
- Räume
Das Thema soll auf der Gemeindeversammlung zur Information für die Gemeinde vorgestellt
werden.
Wir wollen dazu die Stadt doch nochmals offiziell anfragen nach der Scheune, die an
unseren Kirchhof angrenzt. Udo Adam entwirft dazu einen Brief an den Bürgermeister und
stimmt die Formulierungen im Hauskreis ab. Dieser Entwurf wird in der nächsten
Mitarbeiterbesprechung verabschiedet.
Axel und Titin fragen parallel dazu den Architekten nach Richtwerten für mögliche
Baukosten
Lutz Vogt
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